Zitadelle von Dinant – 900 Jahre Geschichte pur

Zitadelle von Dinant – 900 Jahre Geschichte pur

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Zitadelle von Dinant – 900 Jahre Geschichte pur

Die Zitadelle von Dinant kann auf eine über 900 Jahre alte Geschichte zurückblicken, denn der Grundstein wurde im Jahre 1040 gelegt. Damals hat Bischof Nilhard von Lüttich die erste Burg auf dem Felsvorsprung errichten lassen. So sollte sichergestellt werden, dass die Stadt Dinant ausreichend verteidigt werden kann.

Ich hätte es tatsächlich nicht vermutet, aber bei unserer Umfrage auf Instagram waren nahezu alle an weiteren geschichtlichen Hintergründen der Zitadelle interessiert. Auf Instagram würde das mehr als den Rahmen sprengen! Deshalb dachte ich mir, dass ich alle Informationen in diesem Artikel zusammenfassen werde.

So let’s go…


Die Zitadelle von Dinant


Zitadelle von Dinant

Die Zitadelle von Dinant befindet sich auf einem über 100 Meter hohen Felsvorsprung. Nahezu majestätisch ragt die Festung über der Stadt. Nicht nur deshalb, zählt das historische Bauwerk definitiv zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Dinant hat aber noch viele weitere Highlights zu bieten, die du in diesem Artikel nachlesen kannst: Dinant – beeindruckende Reise in die belgische Kleinstadt


Anreise: So erreichst du die Zitadelle

Nun hast du die Qual der Wahl, denn die Zitadelle von Dinant kannst du über mehrere Wege erreichen. Entweder nutzt du den Parkplatz direkt an der Zitadelle oder du suchst dir einen Parkplatz in der Stadt. Wir haben in der Stadt geparkt und es im Nachhinein etwas bereut.

Warum? Das verrate ich dir gleich!

Kommen wir erst mal zur ersten Variante:

Du hast dein Auto in der Stadt geparkt? Dann findest du den Eingang der Zitadelle direkt am Grand’ place neben der Kollegialkirche Notre-Dame.

Jetzt hast du wieder die Qual der Wahl:

Entscheidest du dich für die Seilbahn (im Eintrittspreis inbegriffen) oder sagst du den 408 Stufen den Kampf an?

Wenn du meinen Freund und mich schon etwas länger kennst, dann darfst du genau ein Mal raten, für welche Alternative wir uns entschieden haben.

P.S.: an den darauffolgenden Tagen habe ich es bitterlich bereut!

Eingang Zitadelle von Dinant

Kommen wir nun zu meinem kleinen Geheimtipp an dich:

Im Eintrittspreis ist auch die Parkgebühr für das Parken an der Zitadelle inbegriffen. Also kannst du dort quasi “kostenlos” parken und Geld sparen!


Öffnungszeiten

  • von April bis September täglich von 10.00 bis 18.00 Uhr geöffnet. Die Seilbahn ist währenddessen auch geöffnet
  • von Oktober bis 11. November von 10.00 bis 17.30 Uhr geöffnet. Auch hier hast du Glück, denn die Seilbahn ist geöffnet
  • vom 12. November bis März von 10.00 bis 16.30 Uhr geöffnet, aber nicht freitags. Die Seilbahn fährt leider nur an Wochenenden und während den belgischen Schulferien
  • im Januar nur an den Wochenenden und während den belgischen Schulferien geöffnet. Währenddessen ist die Seilbahn auch geöffnet


Preise

Standardpaket = Zitadelle (inkl. Parkplatz) + Seilbahn

  • 10,00€ für Erwachsene
  • 8,00€ für Kinder zwischen 4 und 12 Jahren

3-in-1 Paket = Zitadelle (inkl. Parkplatz) + Seilbahn + Bootstour

  • 17,00€ für Erwachsene
  • 13,00€ für Kinder zwischen 4 und 12 Jahren

(Stand: Juli 2020) Mehr zu den Preise findest du auf der offiziellen Website.


Rundgang durch die Zitadelle von Dinant

Am Eingang der Zitadelle haben wir mit unseren Eintrittskarten auch einen kostenlosen Besichtigungsplan erhalten. Hierin wird empfohlen, den nummerierten und vorgegebenen Rundgang zu befolgen. Nicht nur, um nichts zu verpassen, sondern auch, damit du andere Besucher nicht behinderst.

Der Rundgang ist insgesamt in 9 Abschnitte aufgeteilt. In jedem Abschnitt wird einem auf eine besondere – teils interaktive – Art und Weise die Geschichte der belgischen Stadt näher gebracht. Für mein persönliches Empfinden wurden die Szenen teilweise sogar zu anschaulich dargestellt. Ich muss peinlich berührt zugeben, dass ich mich in manchen Abschnitten gar nicht wohl gefühlt habe und regelrecht fliehen wollte.


#1 Innenhof

Noch total harmlos ist der Innenhof, der den Start des Rundgangs darstellt.

Um sämtliche Straßen und die Brücke von Dinant zu verteidigen, wurden die Kanonen inmitten des Innenhofs platziert. Einige davon, kannst du hier heute noch bestaunen.

Für mich kaum vorstellbar, aber die Kanonen sollen ein Gewicht von bis zu 2 Tonnen haben. Noch weniger vorstellen kann ich mir, dass die Kugeln eine Reichweite von bis zu 1,5 Kilometern haben sollen.

Zitadelle von Dinant Innenhof


#2 Areal 1914

Das Areal 1914 stellt eine große Galerie dar, die der Verteidigung des -Bauwerkes gewidmet ist. Ein Gang durch die Galerie versetzt dich über 100 Jahre in die Vergangenheit.

Genauer gesagt, befindest du dich mittendrin in den Kämpfe vom August 1914. Umgeben von einer authentischen Geräuschkulisse tritts du in die Fußstapfen der Soldaten.

Zitadelle von Dinant Rundgang

Zu deiner Rechten entdeckst du Schießscharten, die der Verteidigung der Stadt dienten. Wenn du genau hinschaust, kannst du auch Schießscharten zu deiner Linken entdecken. Diese wurden mittlerweile zugemauert. Früher dienten die der Verteidigung einer Zugbrücke, welche sich vor dem Haupteingang der Zitadelle befunden hat.

Der eigentliche Sinn und Zweck dieser Galerie war früher die Überwachung der Charles de Gaulle Brücke. Sie war Teil der Strecke zwischen Paris – Köln und daher stark frequentiert.

Du fragst dich vielleicht, warum genau diese Brücke in diesem ach so winzigen Städtchen namens Dinant?

Das liegt daran, dass in der Vergangenheit nur alle 30 Kilometer eine Brücke gebaut wurde, die über die Maas führte. Eine davon war genau hier. Aus diesem Grund hatte die Brücke eine durchaus strategische Bedeutung für Dinant.


#3 Gefängniszellen der Strafgarnisonen

Zitadelle

In diesem Abschnitt kannst du einen Blick in den Kerker werfen.

Um ehrlich zu dir zu sein, war dies der erste Abschnitt, in dem ich mich gar nicht wohl gefühlt habe. Naja, eigentlich habe ich hierin nur einen Fuß gesetzt und bin sofort umgekehrt.

Was ich in diesem Abschnitt so schlimm empfunden habe?

Die Schaufensterpuppe, die in Häftlingskleidung im Kerker lag und mich angeschaut hat. Dieser Anblick ließ mir sofort einen Schauer über den Rücken laufen.

Als ich dann noch einen Blick in den Besichtigungsplan geworfen habe, bin ich gar nicht weiter gegangen. Im weiteren Verlauf hätten mich neben den Gefängniszellen auch noch der Wachraum und eine Folterkammer mit einer Guillotine erwartet.

Mir war sofort klar: Diesen Abschnitt möchte und werde ich nicht weiter betreten.


#4 Aussichtspunkt

Nach meinem Boykott in der Gefängniszelle war ich umso erfreuter, dass es nun zum Aussichtspunkt ging. Um diesen zu erreichen, musst du nur den Innenhof überqueren.

Dort erwartet dich eine atemberaubende Aussicht auf den berühmten Bayardfelsen, das mittelalterliche Städtchen Bouvignes und die Ruinen der alten Burg Crèvecoeur.

Ach, ist das eine herrliche Aussicht …

Zitadelle Dinant Aussichtspunkt


#5 Leben im Jahre 1820

Im fünften Abschnitt des Rundgangs tauchst du in das Alltagsleben der Soldaten aus dem Jahre 1820 ein.

Genauer gesagt findest du in diesem Abschnitt insgesamt 3 Räume, in denen Szenen nachgestellt wurden:

  • eine Schmiede
  • eine Küche
  • eine Bäckerei

Außerdem kannst du hier noch eine Kammer mit vielen verwitterten Holzpfählen entdecken. Auf den ersten Blick nicht besonders sehenswert, aber ein Blick auf die Hintergründe lohnt sich!

Kaum zu glauben, aber die hier aufgestellten Holzpfähle sind bald 1.000 Jahre alt. Wer hätte das nur gedacht? Ich definitiv nicht!

Sie stammen nämlich von der allerersten Holzbrücke, die im Jahre 1080 über die Maas gebaut wurde. Als 1952 die heutige Brücke errichtet wurde, wurden die Pfähle aus dem Wasser geholt.


#6 Plünderung von Dinant durch Karl dem Kühnen (1466)

Der sechste Abschnitt des Rundgangs widmet sich der Plünderung von Dinant, welche im Jahre 1466 stattgefunden hat. Initiiert wurde diese Plünderung durch Karl dem Kühne, der gar nicht so kühn war.

Leider wurden nicht nur die Stadt und die Burg geplündert, denn es kamen auch Menschen ums Leben. Karl der Kühne ließ über 800 Bürger, die aneinander gebunden wurden, in die Maas werfen.

Was eine makabere Art und Weise …


#7 französische Besetzung durch Ludwig XIV (1675-1698)

In den darauffolgenden Jahrhunderten war das heutige Belgien der Tummelplatz vieler kriegswütigen Herrscher.

Dieser Abschnitt zeigt dir das Ende des 17. Jahrhunderts, als Ludwik XIV Dinant belagerte und 1675 besetzen ließ. Ludwig XIV war aber auch derjenige, der die alte Burg zu einer Festung umbauen ließ.


#8 Waffenkammer

Weiter geht es in die Waffenkammer. Wie der Name es schon erahnen lässt, findest du hier eine Ausstellung diverser Waffen. Die Kammer ist voller Schusswaffen, Stichwaffen, Säbel und Bajonette. In der Waffenkammer wird dir außerdem gezeigt, wie sich die Waffen über die letzten Jahrhunderte verändert haben.

Um ehrlich zu sein, habe ich mich in dieser Kammer nicht all zu lange aufgehalten und auch keine Fotos gemacht. Das waren mir definitiv zu viele Waffen! Danach ging es in den nächsten Abschnitt, wo es für mich noch mal schlimmer wurde…


#9 Schützengraben von 1914 und eingestürzte Bunker

Warnhinweis: An dieser Stelle eine wichtige Vorabinformation! Dieser Abschnitt ist nicht für Menschen geeignet, die in ihrem Gang eingeschränkt sind. Mit einem Kinderwagen oder ähnlichem kannst du diesen Abschnitt auch nicht erkunden.

Ich möchte nicht zu viel vorweg nehmen, aber zum Abschluss deiner Besichtigung erwartet dich eine ganz besondere und interessante Überraschung.


Der Schützengraben – nichts für schwache Nerven

Zuerst wird dir der Schützengraben aus dem Ersten Weltkrieg (1914) näher gebracht.

Mehr kann ich dir leider auch nicht berichten, weil ich mit gesunkenem Haupt und geschlossenen Augen durch den Abschnitt gegangen bin. Am liebsten wäre ich umgekehrt, aber das war nicht mehr möglich. Außerdem wollte mein Freund weiter gehen. Also schloss ich meine Augen, nahm seine Hand und er führte mich durch den Schützengraben.

Warum?

Nach den ersten Schritten entdeckte ich wieder überall diese Schaufensterpuppen. In Militärkleidung und bewaffnet standen sie in den dunklen Ecken. Allein bei diesem Anblick war mir nicht ganz wohl. Leider wurde es noch schlimmer, denn plötzlich kam noch entsprechende Geräusche aus den Lautsprechern. Mit jedem Schritt wurden die Schüsse intensiver, das Geschrei der Opfer lauter…

Mir wurde schlecht, weil ich diese Szenen weder sehen noch hören wollte. Ich habe regelrecht Panik bekommen, weshalb wir uns etwas beeilt haben.

Für mich kam es wie eine Ewigkeit vor, aber dann änderte sich plötzlich der Untergrund. Eine Treppe führte hinab in einen Bunker und ich öffnete wieder meine Augen.


Der Bunker – eine besonders interessante Überraschung

Jetzt kommen wir zum zweiten Teil, der meine Stimmung ins positiv kehrte und ich den grauenvollen Abschnitt etwas hinter mich lassen konnte.

Ich möchte die Überraschung nicht vorweg nehmen. Deshalb klick auf den Link und erfahre, was dich im Bunker erwartet.

Überraschung im Bunker

Während dem zweiten Weltkrieg flog eine Bombe in einen der vielen Bunker, weshalb dieser abrutschte. In der Zwischenzeit wurde der Bunker zwar saniert, aber nicht wieder erhöht. Genau aus diesem Grund ist die Treppe, die hinabführt in Schieflage geblieben. Naja, in diesem Bunker ist nicht nur die Treppe schief, sondern der komplette Boden! Glaube mir, aber in diesem Bunker ist es noch viel schwieriger das Gleichgewicht zu halten, als in diversen “schiefen Häusern”.

Zitadelle Dinant Bunker

Wenn du einen Ausflug nach Dinant planst, musst du die Zitadelle auf jeden Fall besuchen. Auch wenn mir nicht in jedem Abschnitt wohl war, hat sich der Ausflug mehr als gelohnt! Um ehrlich zu sein, wusste ich gar nicht, dass Belgien geschichtlich so viel zu bieten hat! Daher zählt Dinant auch definitiv zu unseren unbekannten Reisezielen in Europa.

Angie von Urlaub mal anders

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Pinterest - Zitadelle von Dinant